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Warum es kein Linux 9.x, 10.x gibt

Es fängt wieder an, dass jeder von „linux 10.x“ redet, doch das ist FALSCH!
Warum das Falsch ist? Das hat euch Onkelchen mal zusammen gefasst:

Dank der großen Verbreitung von RedHat und vor allen Dingen SuSE scheint sich der Glaube durchzusetzen, es gäbe ein Linux 9.1, 9.2, 9.3, 10.1, 10.2, 10.x etc..
Dem ist jedoch nicht so und wer sich so artikuliert, disqualifiziert sich in jeder Diskussion.

Linux ist ein Kernel

Rein technisch ist, wann immer von Linux die Rede ist, der Kernel gemeint.
Ein Kernel ist das Herz eines jedem Betriebssystems. Er ist für Prozess- und Speicherverwaltung zuständig und stellt Treiber für Geräte und Dateisysteme zur Verfügung.
Linux ist keine grafische Oberfläche, keine Konsole, sondern nur der Kernel, welcher alleine schlicht nutzlos ist.

update: Aktuell ist Kernel 2.6.x, 2.4.x wird nur noch in seltenen Spezialfällen eingesetzt. (vmk)

Es gibt mehrere Kernelversionen

Linux ist Open Source, d.h. jeder der möchte kann sich seinen eigenen Kernel bauen, oder den vorhandenen erweitern. Es gibt zwei Hauptstränge: den stabilen Kernel, sowie den Entwicklerkernel.
Wir befinden und gerade in der Phase, wo der Entwicklerkernel in die stabile Phase übergeht und zum künftigen stable-Kernel wird.
Die jeweils aktuellste Version gibt es auf kernel.org. Dort findet man neben dem offiziellen Baum auch inoffizielle Kernelpatches von mehr oder minder bekannten Entwicklern (http://www.kernel.org/pub/linux/kernel/people/).
Distributionen wie Mandrake, SuSE und RedHat verwenden für gewöhnlich nicht den original Kernel von kernel.org, sondern statten ihren mit zahlreichen Erweiterungen aus, die vom offiziellen Baum nicht unterstützt werden.
Die aktuell gebootete Kernelversion ist über `uname -r` abrufbar.

Warum Linux 9/10/… falsch ist

Linux ist wie erwähnt nur der Kernel. Die Versionsnummer, hier 10, meint AUSSCHLIESSLICH die Version der Distribution, etwa SuSE 10.0, Mandrake 10.0, RedHat 10.0, Debian 3.0, Ubuntu 6.0 usw.. Diese bestimmt jeder Herausgeber einer Distribution selbst, definiert eigene Releasezyklen und bezieht sich dabei in keinster Weise auf den Kernel. (Für eine Definition des Begriffs Distribution schaut einfach in die FAQ.)

Warum manche Leute den Term GNU/Linux bevorzugen

Von den vielen Programmen, die eine Distribution ausmachen, stammen die wesentlichen aus dem GNU-Projekt. Aus diesem Grund zieht so mancher vor, wenn von einer Distribution die Rede ist, den Term GNU/Linux zu benutzen. Wer mehr über diese Problematik lesen will sollte http://www.gnu.org/gnu/linux-and-gnu.html lesen (allerdings auch ein wenig differenzieren. Richard Stallmann ist bekannt für seine teilweise radikale Einstellungen).

Warum Linux nicht KDE ist

Auch eine beliebte Annahme ist, nach Windows-Manier aus der GUI gleich ein ganzes System zu machen. Unter Linux hat die grafische Oberfläche nicht viel mit dem Kernel zu tun (in der Tat laufen XFree86 und KDE auch auf vielen anderen Betriebssystemen wie z.B. FreeBSD).
Die grafische Oberfläche erzeugt der sogenannte X-Server, meist aus dem XFree86-Projekt. Für das Aussehen der Fenster ist ein Windowmanager zuständig und auch Desktops wie KDE bestehen aus einem solchen Windowmanager plus zahlreicher Werkzeuge, die das Arbeiten bequemer gestalten sollen.
Es gibt, man glaubt es nicht, sogar noch andere nennenswerte Desktops außer KDE, z.B. GNOME oder XFce. Eine Aufzählung von Windowmanagern und Desktops findet man unter http://www.plig.org/xwinman/.

Danke an Onkelchen!

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