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Adventskalender 2013 – Türchen #3: Janoma – Mountain High

 

Hoch auf den Bergen fühlt man sich ganz frei, kein Zwang, kein nichts. Aber was ist eigentlich Freiheit? Bedeutet es auch dass man unabhängig ist? Mit Sicherheit. Der Berg als Freiraum. Zu nichts verpflichtet zu sein, ist ebenso ein kleines bisschen Freiheit. Ein Stück Freiheit finde ich auch in Janomas aktuellem Set Mountain High. Für mich momentan ist dieses Set jenes welches mich Emotional am meisten mitreißt. Wie sagt man so schön dazu „ein Wechselbad der Gefühle“. Die gewählten Tracks kann man glaub ich kaum besser in Raum und Zeit verpacken. Wahnsinn.

Selbstverständlich fragte ich mich, wie schafft es Janosch ein solches Set mit solch einer Ausgewogenheit zwischen Freiheit und Gefühle zu zaubern? 

 Wie bist du zum Auflegen gekommen?

Vor ungefähr 15 Jahren, als ich noch ein kleiner Frischling war, rollte eine neue Musik-Welle über meine Heimat im südlichen Schwarzwald: Psychedelic Trance. Meine Freunde und ich waren sofort mit dem Virus infiziert und von den damals ungewöhnlichen Sounds und Frequenzen begeistert. Das erdige, tribale und psychedelische in dieser Musik gepaart mit der fluoreszierenden Deko in den dunklen Wäldern hatte uns sofort in seinen Bann gezogen. Nach kurzer Zeit habe ich selbst angefangen, Musik zu sammeln, zu selektieren und zu mixen. Da ich eigentlich von klein auf eher ein gechillter Typ bin lernte ich auch bald die angenehme Atmosphäre des Chill-Floors zu schätzen und fand mich dort sehr gut wieder. Als „Janosch Traumstunde“ war es mein Anliegen, den Goa-Freggles einen entspannten, harmonischen Klangteppich aus dubbigen Psy-Sounds zu präsentieren.

Als ich mit 20 nach Berlin zog habe ich vermehrt angefangen in Clubs aufzulegen, doch leider war die Chillout-Kultur auf Goa-Parties auf dem absteigenden Ast. Nach ca. 10 Jahren intensiven (Er)Lebens der Goa-Kultur war ich dem Sound dann aber irgendwann überdrüssig, es fehlte mir an Abwechslung. Es folgte eine Zeit der Umorientierung, in der ich langsam aber sicher die anderen elektronischen Stilrichtungen wie Tech und Deep House, Minimal und Melodic Techno für mich entdeckte. 2010 habe ich dann mein Equipment von CD’s und Analog Mixer auf Traktor und Digital Controller umgestellt und meinen Namen zu „Janoma“ geändert um fortan trippigen, swingigen und melodischen Sound zwischen 120 und 128 bpm zu spielen.

Wer oder was inspiriert dich?

Meine Inspiration für Musik ist sehr vielfältig. Erstmal inspirieren mich natürlich die vielen grossartigen Artists die mir in den letzten Jahren begegnet sind. Angefangen bei Shpongle, Ott, Entheogenic und vielen weiteren PsyChill-Artists aus meiner Zeit als Chill-DJ, hin zu meinen aktuellen Favoriten aus dem Techno/House-Bereich wie Max Cooper, N’to und Atlantik, Acid Pauli, Nu und Chris Schwarzwälder, Frivolous, Be Svendsen und Mollono Bass. In meinen Sets versuche ich diese verschiedenen Einflüsse so zu kombinieren, dass am Ende 100% Janoma herauskommt, ohne mich durch irgendwelche Genre-Bezeichnungen einschränken zu lassen.

Eine weitere grosse Inspirationsquelle sind für mich meine Erfahrungen aus 15 Jahren Festival-Hopping. Die Energie eines Dancefloors mit 20.000 tanzwütigen Menschen, die mehrere Tage ununterbrochen stampfen was das Zeug hält ist unbeschreiblich. Vor allem Festivals wie die Soulclipse 2006, das Boom Festival, Ozora und Fusion haben mich nicht nur für meine musikalische Entwicklung, sondern für mein ganzes Leben geprägt.
Und natürlich werde ich von meinen Reisen nach Indien, Südostasien und Südamerika inspiriert, in denen ich immer versuche, etwas von der traditionellen, landestypischen Musik mitzunehmen. Bhangra, Cumbia, Gipsy und Gamelan öffnen dabei meinen Horizont und geben mir einen Einblick in eine ferne Welt.
Last but not least, und vielleicht die grösste Inspiration in meinem Leben, ist meine Freundin Jo, die jeden Tag die Sonne in meinem Herzen scheinen lässt und mir Feedback zu meinen Mixes gibt. Ohne sie würde Musik hören, Tanzen und Träumen einfach nur halb so viel Spass machen…

Janosch, auch dir danke ich tausendmal für deine Beteiligung an meinem kleinen beschiedenen Adventskalender. Auf deine kreative Ader tanze ich definitiv nicht nur einmal. <3.

Inspired by a journey through the Himalayas, where I experienced the ultimate mountain high. May this set accompany you through the ups and downs of everyday life.

Tracklist:
Intro – Vishnu Sahasranamam
Atlantik – Cinematograph
Gabs – Light Trace
Indiveed – Bliss
Tran, Teho – Almeria (Oliver Lieb Remix)
Oliver Schories – Bombay Sunrise
Mauro Norti – Last Day (Oliver Lieb Remix)
Anthony Godwin – Espoir
Aparde – Komplex
Cardiowave – Dreams come true (David Prap & Willy Real Remix)
Mees Dierdorp – Smile for you

Alle Adventstürchen auf einen Blick.

Janoma vorher auf lordmat.de:
Janoma – Vogelfrei Im Metawald

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